Die Idee

 

Eigendlich traffen sich am 08.09.2018 ein paar ambitiionierte Hobbyfotografen zu einem Workshop mit Björn Gotzman - "US Cars meets Rockebillies & Rockebellas"- war das Motto.

Was ursprünglich einfach als «cooler Nachmittag» unter Gleichgesinnten geplant war, verwandelte sich in ein spontanes Benefiz-Projekt zugunsten der Krebsliga Schweiz – mit emotionalem Hintergrund.

In Aarburg fand kürzlich ein Workshop für Fotografen statt. 24 Rockabellas und Rockabillys trafen sich mit elf Fotografen bei STARHEELS.CH, California-cars.ch und Pistonart.com, um einen kreativen Nachmittag ganz im Stil der 50er Jahre zu verbringen. Unterschiedlichste Sets standen zur Auswahl. Diverse Oldtimer und andere Hintergründe setzten der Fantasie keine Grenzen mehr. Alle waren sich einig – es war ein richtig cooler Nachmittag.

Als Fotograf Ralf Stelzner aus Oftringen am nächsten Tag seine Bilder bearbeitete, telefonierte er nebenher mit seinem Bruder, der unheilbar an Krebs erkrankte. Der Familienvater hat derzeit seine Behandlungsmöglichkeiten voll ausgeschöpft und die Zukunft ist mehr als ungewiss. «Als ich mit meinem Bruder sprach, bearbeitete ich gerade ein Bild von einem richtigen Bad Boy der Rockabilly Szene. Eine fotografische Inszenierung von einem Typ, der sich kämpferisch zeigt und seinen Weg geht. Das löste in mir etwas aus. Es passte einfach zusammen. Der Kämpfer auf dem Foto entspricht sinnbildlich dem Kampf meines Bruders. Er geht seinen Weg, er gibt nicht auf.» Aus diesem Moment heraus, in dem alles einfach zusammenfand, entstand die Idee, einen Benefizkalender unter dem Motto «Kampf dem Krebs» zu gestalten.

-Regina Lüthi- 
Zofinger Tageblatt


Krebs geht uns alle an

Wir leben in einer Zeit enormer Fortschritte in der Behandlung von Krebs: So zeitigen etwa die im Moment intensiv erforschten Immuntherapien beim schwarzen Hautkrebs, beim Blasen-, Lungen- sowie beim Lymphdrüsenkrebs und bei Leukämien schon erste spektakuläre Erfolge, die hoffentlich schon bald auch auf andere Krebsarten ausgeweitet werden können.

Grosse Fortschritte sind aber auch im Bereich der Krebsvorsorge verwirklicht worden. So ist heute beispielsweise klarer denn je, dass regelmässige Bewegung – eine halbe Stunde pro Tag genügt – nicht nur vor Krebs schützt, sondern auch Krebserkrankten hilft, die Therapie besser zu vertragen und das Rückfallrisiko zu senken.

«Es liegt an uns allen – an jedem von uns – Verantwortung zu übernehmen und sich materiell und persönlich zu engagieren»

Ausserdem erlauben die neuen molekularbiologischen Technologien einen immer genaueren Blick auf das Krankheitsgeschehen und damit eine bessere Früherkennung und Diagnostik von Tumoren.

Insgesamt gesehen führen alle diese Fortschritte dazu, dass sowohl die Überlebenschancen wie auch die Lebensqualität der Krebsbetroffenen zunehmen.

Weniger erfreulich ist, dass wir zwar die Komplexität der Krebserkrankungen immer besser erfassen, dass es gleichzeitig aber immer aufwendiger und kostenintensiver wird, aus den umfassenden Erkenntnissen einen Nutzen für die einzelne Patientin und den einzelnen Patienten herauszufiltern.

Hinzu kommt, dass die Bevölkerung in der Schweiz zusehends älter wird. In Zukunft ist deshalb damit zu rechnen, dass mehr Menschen an Krebs erkranken. Auch die Zahl der sogenannten «Cancer Survivors» dürfte weiterhin steil steigen: In der Schweiz leben heute 300000 Personen, die eine Krebsbehandlung hinter sich haben, doppelt so viele wie noch vor 20 Jahren.

Die wachsende Zahl von Krebsbetroffenen stellt eine Herausforderung für unser Gesundheitssystem dar, die nur mit vereinten und klug koordinierten Kräften zu meistern sein wird.

Glücklicherweise haben alle Beteiligten – von den Krebsorganisationen, den Fachgesellschaften und Berufsverbänden über die Forschungsinstitutionen bis hin zu den Behörden von Bund und Kantonen – den Koordinationsbedarf erkannt und in der «Nationalen Strategie gegen Krebs» (Website) die wichtigsten Handlungsfelder definiert.

Unter der operativen Federführung der Krebsliga Schweiz hilft diese Strategie, die beteiligten Kräfte zu bündeln und sie in eine gemeinsame Richtung zu lenken.

Trotz der allgemeinen Aufbruchsstimmung gibt es aber immer noch Krebserkrankungen wie etwa Bauchspeicheldrüsenkrebs oder aggressive Hirntumore, bei denen bisher leider noch keine substanziellen Fortschritte verzeichnet werden konnten.

Besonders stossend ist die Tatsache, dass Patientinnen und Patienten mit seltenen Tumoren – und in diese Kategorie fallen auch Kinder, die an Krebs erkranken – doppelt benachteiligt sind: Erstens beachtet die forschende Industrie solche Krankheiten weniger, weil hier keine grossen Gewinne winken. Und zweitens verweigern die Krankenkassen oft die Kostenübernahme für potenziell wirksame Medikamente, weil Studiendaten fehlen, die die Wirkung belegen.

Wünschenswert wäre ein neues Bezahlmodell: Die Pharmafirmen sollten die Medikamente zur Verfügung stellen, und die Krankenkassen sollten die Kosten übernehmen, wenn die Therapie anschlägt.

Gerade für Personen mit seltenen Tumoren ist es wesentlich, dass die (über längere Zeit sträflich vernachlässigte) pharmaunabhängige, sogenannte «akademische» klinische Forschung heute wieder stärker gefördert wird.

Der Stiftung Krebsforschung Schweiz – und den von ihr unterstützten nichtkommerziellen Krebsforschungsorganisationen wie etwa der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Klinische Krebsforschung (SAKK), der Schweizerischen Pädiatrischen Onkologie Gruppe (SPOG) oder dem Nationalen Institut für Krebsepidemiologie und -registrierung (NICER) – geht die Arbeit in nächster Zeit nicht aus, im Gegenteil: Es gilt, die immer wichtiger werdenden Fragestellungen zu den Kosten-Nutzen-Analysen und zur Optimierung der medizinischen Versorgung praktisch im Alleingang zu stemmen.

Damit diese Organisationen auch weiterhin ihrer bedeutsamen Arbeit nachgehen können, ist die Zivilgesellschaft gefragt. Es liegt an uns allen – an jedem von uns –, hier Verantwortung zu übernehmen und sich materiell und persönlich zu engagieren.

09-2016 PROF. DR. MED. THOMAS CERNY, redaktion.ch@mediaplanet.com


Quelle:

http://www.kampfgegenkrebs.ch

Pink Ribbon

Es war in den frühen 90er-Jahren und Evelyn Lauder, die Ehefrau von Leonard Lauder (dem ältesten Sohn der Firmengründerin Estée Lauder), war in New York ein Top-Promi. An einer Wohltätigkeitsveranstaltung kam sie mit der American Breast Cancer Society in Kontakt und hatte spontan entschlossen, sich für diese Organisation einzusetzen.

Sie wollte einen Weg finden, wie das Kosmetikunternehmen von Brustkrebs betroffene Frauen ermutigen könnte. Sie war überzeugt, dass Solidarität und Engagement von Frauen für Frauen ein starkes Zeichen setzen könnte. Und so entwickelte sie die Idee: Puderdosen mit rosa Schleifen auf dem Deckel und pro verkauftem Stück einen Beitrag an die Brustkrebsprävention.

Sie organisierte im Warenhaus 'Bloomingdale's' eine Promotionswoche, an der die grosse Estée-Lauder-Verkaufsfläche ganz in Rosa erstrahlte und seidene rosa Schleifen an die Kundschaft verteilt wurden. Ich war damals im Warenhauskonzern Jelmoli tätig und für einige Tage bei 'Bloomingdale's'.

'Komm, hilf mit,' sagte mir Evelyn Lauder und wir standen mit vielen anderen Helferinnen am Stand, verteilten rosa Schleifen und waren von der Reaktion der Kundinnen überwältigt. Die Aktion hatte wie ein Blitz eingeschlagen, die Puderdosen mit der rosa Schleife waren im Nu ausverkauft und wir mussten nach dem ersten Tag über Nacht Hunderte von rosa Schleifen basteln.

Die Medien berichteten euphorisch über 'die einmalige Solidaritätsaktion' und Evelyn hatte ihre Berufung gefunden. Jahrzehntelang war die Brustkrebsprävention und die Unterstützung von Betroffenen ihr zentrales Anliegen. Es hat sehr wehgetan zu erleben, wie die Pink-Ribbon-Pionierin selber an Brustkrebs erkrankte und schliesslich daran starb.

Doch ihr Vermächtnis lebt weiter und hat sich zu einer weltumspannenden Solidaritätsbewegung entwickelt. Für mich war Evelyn Lauder ein grosses Vorbild für Engagement, Herzensbildung und mit der nötigen Portion Hartnäckigkeit. Noch heute verneige ich mich vor dieser bewundernswerten Frau.

09-2016 BEATRICE TSCHANZ, redaktion.ch@mediaplanet.com

Quelle:

http://www.kampfgegenkrebs.ch